Ökonomische Evaluation der chronischen Herzinsuffizienz - Projektbeschreibung
Projektbeschreibung
Hintergrund
Die chronische Herzinsuffizienz ist eines der wichtigsten Krankheitsbilder der westlichen Industriestaaten. Neben den medizinischen Aspekten besitzt die chronische Herzinsuffizienz auch eine nachhaltige gesundheitsökonomische Relevanz. Aufgrund der hohen Prävalenz der Erkrankung und ihrem progredienten Verlauf führt sie – insbesondere durch die hohen Kosten wiederholter stationärer Aufenthalte – zu einer starken gesamtgesellschaftlichen Kostenbelastung.
Zielsetzung
Ziel des Vorhabens ist die Untersuchung der ökonomischen Dimension der chronischen Herzinsuffizienz. Die Kosten und die Kosteneffektivität verschiedener medizinischer Interventionen, die in anderen Teilprojekten des Kompetenznetzes in der Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz untersucht werden, sollen evaluiert werden. Dazu werden Kosten- und Outcome-Erhebungen sowie inkrementelle Kosteneffektivitätsanalysen für den Beobachtungszeitraum in den anderen Teilprojekten durchgeführt. Ferner werden mittels entscheidungsanalytischer Modellierungen die klinischen und ökonomischen Langzeitkonsequenzen der Interventionen ermittelt.
Ein generischer gesundheitsökonomischer Fragebogen soll entwickelt und an die spezifischen Besonderheiten der verschiedenen Studien im Kompetenznetz angepasst werden. Auf Basis der damit erhobenen Kosten- und Outcome-Parameter dieser Studien werden Kostenerhebungen sowie eine gesundheitsökonomische Evaluation (Kosten-Effektivitäts-Analyse) für den Studienzeitraum durchgeführt. Es soll ein entscheidungsanalytisches Markov-Modell für den Kontext des deutschen Gesundheitssystems entwickelt werden, in welches die klinischen und ökonomischen Daten der INH-Studie eingefügt werden, um die Langzeiteffektivität und das inkrementelle Kosteneffektivitätsverhältnis dieser Strategie zu ermitteln.
Umsetzung
Im Rahmen des Forschungsvorhabens „Ökonomische Evaluation der chronischen Herzinsuffizienz“ sollen erfolgen:
- Eine Erhebung der Kosten in TP 7 und TP 9b sowie in der INH-Studie.
- Eine Darstellung der Krankheitskosten anhand der Daten aus TP 7 und TP 9b.
- Eine Kosten-Effektivitäts-Analyse mit der Gegenüberstellung von Kosten und Effekten im Rahmen der INH-Studie einschließlich entscheidungsanalytischer Modellierung der klinischen und ökonomischen Langzeitkonsequenzen.
Mehrwert durch Vernetzung
Durch die enge Vernetzung der medizinischen Kooperationspartner mit der Gesundheitsökonomie wird es möglich, Aussagen zu den Kosten der Erkrankung zu erheben sowie die Frage des medizinischen Erfolges zusammen mit dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit zu untersuchen.
Die Ergebnisse dieses Teilprojektes werden wesentliche Informationen hinsichtlich der Krankheitskosten und der Kosteneffektivität bei der Behandlung und dem Management der chronischen Herzinsuffizienz generieren. Die aus diesen Ergebnissen abgeleiteten Empfehlungen sollen Ärzte und Entscheidungsträger im Gesundheitssystem bei der Entscheidungsfindung unterstützen und einen Beitrag zur effizienten Allokation der Ressourcen im Gesundheitssystem leisten. Neben den wissenschaftlichen Aspekten hat das Projekt somit auch eine hohe versorgungspolitische Bedeutung.

