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Herzinsuffizienz bei HIV-positiven Patienten - Projektbeschreibung

Hintergrund

Die Infektion mit dem HI-Virus betrifft nicht nur das Immunsystem des menschlichen Organismus.

Weitere Organsysteme, einschließlich des Herzens, sind wiederholt mit betroffen. Durch die Einführung neuer Therapiekonzepte zur Behandlung der HIV-Infektion in den letzten Jahren gelang es, die Immunlage der Mehrzahl der HIV-positiven Patienten nachhaltig zu verbessern. Trotz fehlender Kenntnisse über Langzeiteffekte finden die neuen Therapiekonzepte in den westlichen Industrieländern verbreitete Anwendung.

Dabei lässt das Nebenwirkungsspektrum der antiretroviralen Therapie einen Anstieg kardialer Erkrankungen erwarten. Unklar ist, ob in den nächsten Jahren Krankheiten wie die dilatative Herzinsuffizienz eine lebenszeitbegrenzende Rolle in diesem Patientenkollektiv einnehmen werden. Zur HIV-assoziierten Kardiomyopathie und deren Ursachen liegen bisher weder in Deutschland noch international verlässliche Daten vor.

Zielsetzung

Intention des Teilprojektes „Herzinsuffizienz bei HIV-positiven Patienten“ ist daher die Erfassung der Inzidenz der dilatativen Kardiomyopathie bei HIV-positiven Patienten unter Berücksichtigung des Geschlechts, des Stadiums der HIV-Infektion und der antiretroviralen Therapie.

Neben der Inzidenz der HIV-assoziierten Kardiomyopathie werden durch das vorliegende Forschungsvorhaben Informationen über die Pathomechanismen und den Verlauf der Erkrankung gewonnen. Aus diesen Daten lassen sich Anhaltspunkte für das Auftreten und die Prognose der HIV-assoziierten Kardiomyopathie ableiten, die zur Früherkennung und zur Entwicklung präventiver Maßnahmen beitragen können.

Umsetzung

Zur Durchführung des Forschungsvorhabens wurde ein Netzwerk geschaffen, bestehend aus kardiologischen Fachabteilungen, HIV-Schwerpunktstationen und HIV-Schwerpunktpraxen.
Erst durch die enge Kooperation der Projektteilnehmer in Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetzwerk Herzinsuffizienz und dem bereits etablierten Kompetenznetzwerk HIV & AIDS werden die Voraussetzungen für die Beantwortung von Fragestellungen zum Themenbereich kardialer Erkrankungen bei HIV-positiven Patienten geschaffen.
Mit Hilfe des Netzes konnten in den vergangenen zwei Jahren über 800 HIV-positive Personen auf kardiologische Erkrankungen hin untersucht werden. Die Follow-up Untersuchungen erfolgen in der zweiten Förderphase und schließen aktuelle über 95% der angestrebten Stichprobengröße ein. Neben Angaben zur HIV-Infektion und vorbestehenden Erkrankungen werden die körperliche Belastbarkeit und die Herzfunktion der HIV-positiven Personen mittels 6-Minuten Gehtest und transthorakaler Echokardiographie erfasst. Zusätzlich werden der Status der HIV-Infektion, Blutparameter (CD4-Zellen, Viruslast) und die antiretrovirale Therapie mit in die Auswertung aufgenommen. Für die Erfassung des Verlaufes der dilatativen Kardiomyopathie bei HIV-positiven Patienten ist eine dreijährige Verlaufsbeobachtung vorgesehen.

Mehrwert durch Vernetzung

Die Zielsetzung des Forschungsvorhabens liegt in der umfassenden Analyse und Erforschung der HIV-assoziierten dilatativen Kardiomyopathie. Aufgrund der nur begrenzten Zahl an HIV-positiven Personen mit kardialen Erkrankungen in jedem einzelnen Zentrum und der Heterogenität der Erkrankungen wird erst durch die Vernetzung eine ausreichende Datensammlung geschaffen, um repräsentative Analysen über Art, Schwere sowie Ätiologie und Verlauf vornehmen zu können.