Zentrale Biomaterialbank - Projektbeschreibung
Hintergrund
Um neue Wege der Therapie der Herzinsuffizienz zu finden, muss man die Ursachen und pathophysiologischen Mechanismen ihrer Entstehung verstehen. Hierfür stehen eine ganze Anzahl von Labormethoden zur Verfügung, deren Spektrum sich jährlich erweitert. Ausgangsmaterialien für viele dieser Methoden sind Blut (Vollblut, Plasma und Serum) sowie DNA. Außerordentlich wertvoll sind Materialien, zu denen zusätzliche Informationen über den klinischen Verlauf der Erkrankung oder spezielle Laborparameter existieren. Aus dieser Kombination lassen sich besonders aussagekräftige Ergebnisse erzielen. Bisher werden diese Materialien stets im Rahmen einer einzigen Studie gewonnen. Für spätere Fragestellungen oder zur Anwendung neu etablierter Labormethoden müssen in langwierigen Prozessen erneut Patienten identifiziert und Material gesammelt werden. Auf diese Weise vergeht viel Zeit, bis durch neue Verfahren Ergebnisse erzielt werden können.
Zielsetzung
Ziel dieses Projektes ist die Erstellung einer umfangreichen Biomaterialbank. In dieser sollen Materialien (Blut, Serum, Plasma, DNA) von allen Patienten, die im Netzwerk an Studien teilnehmen, gesammelt werden. Anspruch ist ein gleichbleibend hoher Qualitätsstandard bei Verarbeitung, Lagerung und Verwaltung aller Proben. Die Biomaterialbank ist eine Investition des Netzes in die Zukunft. Sie versetzt das Kompetenznetz und die Forschungsgemeinschaft generell in die Lage versetzen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Entstehung, zum Verlauf und zur Prognose der verschiedenen Formen der Herzinsuffizienz zu gewinnen.
In der Biomaterialbank des KNHI wurden hinsichtlich Probenerfassung, Verarbeitung und Lagerung hohe Qualitätsstandards gesetzt. Die Etablierung von standard operating procedures (SOPs) versetzt die Biomaterialbank in die Lage, als Core facility auch für andere Forschungsnetze nutzbar zu werden.
Zudem sollen in der dritten Förderperiode auch molekularbiologische Methoden (DNA Sequenzierung, Genotypisierung etc.) etabliert werden, die es der Biomaterialbank ermöglicht Analysen für KNHI-interne und -externe Wissenschaftler durchzuführen. Dadurch sollen Ergebnisse besser vergleichbar und ein Verlust des wertvollen Materials vermieden werden.
Umsetzung
Bei jeder Erfassung eines Patienten in einer Studie im Kompetenznetz wird diesem Blut (EDTA-Vollblut und Serum) abgenommen, per Post an die zentrale Biomaterialbank gesandt und dort im zentralen Probeneingangslabor nach festgelegten Standards verarbeitet. In den ersten beiden Förderperioden sind insgesamt 100.000 Proben von ca. 10.000 Patienten erfasst und verarbeitet (Aliquotierung, DNA Extraktion) worden. Diese Proben lagern in dafür vorgesehenen, klimatisierten Räumen in der Biomaterialbank am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) in Berlin Buch bei -20 bzw. -80°C. Ein Teil dieser Proben wird bereits im Rahmen unterschiedlicher Teilprojekte (TP5, TP6b, TP9a, TP10 und TP12) genutzt. Weitere interne und externe Projekte sollen folgen.
Mehrwert durch Vernetzung:
Als zentrales Infrastrukturprojekt für alle Proben ist die Biomaterialbank wesentlich an der Vernetzung beteiligt. Des Weiteren bestehen auch enge Kooperationen zu anderen Kompetenznetzen (z.B. KN AHF) und Biobanken. Die Biomaterialbank des KNHI beteiligt sich zudem an nationalen und europäischen Pilotprojekten zur Vernetzung von Biomaterialbanken (BBMRI, ESFRI, etc.). Ziel dieser Projekte ist es u. a. einheitliche Verfahren zur Probenprozessierung und Nutzung zu erarbeiten.

