Kardiovaskuläre Risikoprädiktion bei Patienten mit Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (Rheuma & Herz) - Projektbeschreibung
Hintergrund
Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises gehen mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Atherosklerose und einer erhöhten kardiovaskulären Mortalitätsrate einher. Beiden Erkrankungen liegt ein chronisch-inflammatorisches Geschehen zugrunde. Möglicherweise führt die chronische Entzündung bei rheumatoiden Erkrankungen zur beschleunigten Entstehung von Atherosklerose. Die Rolle der traditionellen kardiovaskulären Risikofaktoren im Kollektiv rheumatisch Erkrankter und ihre prognostische Bewertung sind derzeit unklar.
Zielsetzung
Das vorliegende Projekt verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele: Zunächst soll die Prävalenz und Ausprägung kardiovaskulärer Risikofaktoren sowie die (kardiovaskuläre) Ereignisrate im Follow-up erfasst werden. Dazu werden, einem Stufenschema folgend, 1.000 konsekutive Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Vaskulitiden, Kollagenosen, M. Bechterew und Psoriasis-Arthritis) nicht-invasiv untersucht und über einen Zeitraum von zwei Jahren nachbeobachtet.
Sodann wird die prognostische Wertigkeit von etablierten Prädiktoren-Sets (Prognose-Scores wie EURO-SCORE, PROCAM-Score, Framingham-Score) mit einem neu abgeleiteten Prädiktorenset an einem Patientenkollektiv mit verglichen. Bei der Selektion der Prädiktoren werden sowohl die Einfachheit der Erfassung des Prädiktors wie auch der finanzielle Ressourcenverbrauch berücksichtigt.
Umsetzung
Patienten mit Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis werden aus zwei großen Rheumazentren prospektiv konsekutiv rekrutiert und kardiovaskulär gescreent. Die Rekrutierung wird Ende 2006 abgeschlossen sein.
Mehrwert durch Vernetzung
Die Struktur des Projektes ist auf eine überregionale Erweiterung angelegt und potenziell dazu geeignet, die Vernetzung zweier Kompetenznetze (Rheuma & Herzinsuffizienz) zu katalysieren. So könnte an einer großen Kohorte der neu abgeleitete Risiko-Score extern validiert werden. Zudem bringt das Projekt eine große Anzahl an Biomaterialien als Grundvoraussetzung zur Klärung pathophysiologischer Zusammenhänge in das Kompetenznetz ein.

