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Tachykardie-induzierte Herzinsuffizienz (NEBICAR-Studie) - Projektbeschreibung

Hintergrund

Das plötzliche Auftreten supraventrikulärer Tachykardien führt insbesondere bei unkontrollierter Ventrikelfrequenz zu einer progressiven Herzinsuffizienz und morphologisch zur Dilatation der Ventrikel sowie Abnahme der Pumpleistung. In erster Linie sind Patienten mit einer vorbestehenden Herzinsuffizienz gefährdet. Die Tachykardie induzierte kardiale Dysfunktion kann jedoch auch bei Patienten ohne vorliegende systolische oder diastolische Herzinsuffizienz auftreten. Am häufigsten wird die kardiale Dysfunktion durch neu aufgetretenes tachykardes Vorhofflimmern ausgelöst.

Eine Therapie ist unbedingt notwendig und klar indiziert. Neben einer medikamentösen (z. B. mit ß-Blockern oder Klasse III und IV Antiarrhythmika) Herzfrequenzsenkung stellt eine elektrische Kardioversion zur Wiederherstellung eines normfrequenten Sinusrhythmus die effektivste Behandlungsmöglichkeit dar. Dies führt zu einem Rückgang der klinischen und hämodynamischen Auswirkungen der Tachykardie auf das Herz und hat eine Verbesserung der linksventrikulären systolischen Pumpfunktion zur Folge. Dieser regenerative Effekt auf die kardiale Dysfunktion bei effektiver Behandlung ist in der Regel nach vier Wochen abgeschlossen. Ob die Wiederherstellung eines Sinusrhythmus durch eine elektrische Kardioversion die Kontraktilität des linken Ventrikels mehr verbessert als eine lediglich medikamentöse Herzfrequenzsenkung, ist bisher ungeklärt. Weiterhin konnte die frequenz- und rhythmisierende Wirkung des ß-Blockers Nebivolol bisher nur in tierexperimentellen Studien gezeigt werden.

Zielsetzung

In der vorliegenden prospektiv randomisierten Vergleichsstudie soll untersucht werden, ob eine elektrische Kardioversion mit biphasischem Strom zur Wiederherstellung eines normfrequenten Sinusrhythmus der alleinigen Frequenz kontrollierenden Therapie mit Nebivolol überlegen ist. Neben der klinischen Verbesserung soll anhand echokardiographischer Parameter die Verbesserung der linksventrikulären Pumpfunktion gezeigt werden. Weiterhin soll nachgewiesen werden, dass nach erfolgter elektrischer Kardioversion langfristig ein normfrequenter Sinusrhythmus durch die weitere Behandlung mit dem ß-Blocker Nebivolol erreichbar ist und dass mit Nebivolol auch eine effektive Frequenzkontrolle bei Vorhofflimmern zu erzielen ist.