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Data Dictionary für kardiologische Studien - Projektbeschreibung

Hintergrund

Bei der Durchführung kardiologischer Studien wirken verschiedene medizinische Experten (z.B. Kardiologen und Chirurgen) sowie medizinische Einrichtungen (Studienzentralen, Universitätskliniken, Krankenhäuser) zusammen. Beteiligte Spezialisten und Einrichtungen erheben eine Vielzahl von Daten, größtenteils allerdings nicht einheitlich definiert und dokumentiert. Hierdurch kann es zu Widersprüchlichkeiten im Verständnis medizinischer Begriffe und bei der Interpretation medizinischer Daten kommen. Um derartige Widersprüche zu minimieren, ist es notwendig ein einheitliches Datenwörterbuch – ein so genanntes „Data Dictionary“ – aufzubauen, welches die Bedeutung medizinischer Begriffe fundiert beschreibt.

Bisher existiert kein medizinisches Data Dictionary für den kardiologischen Bereich, das die verschiedenen Expertensichten adäquat berücksichtigt und für unterschiedliche Anwendungen (Studienprotokolle, digitale Dokumentationsbögen (Case Record Form / CRF), Studienmanagementsoftware) geeignet ist. Deshalb ist es notwendig, ein Data Dictionary zu entwickeln, das sowohl die unterschiedlichen Expertensichten einbezieht als auch für diverse Systeme (papierbasiert, rechnerbasiert) verwendbare Begriffsdefinitionen bietet.

Zielsetzung

Das semantisch fundierte Data Dictionary soll als Beitrag zur medizinischen Qualitätssicherung dienen. Die im Data Dictionary enthaltenen Daten sollen für eine Gemeinschaft unterschiedlicher medizinischer Experten verfügbar sein. Ferner kommt es darauf an, die Mitarbeit internationaler Experten zu fördern, denn nur auf solchem Wege kann das Data Dictionary langfristig zur weltweiten Standardisierung von Behandlungsmethoden auf dem Gebiet der Kardiologie beitragen.

Umsetzung

Eingesetzt wird die innerhalb der Forschungsgruppe Onto-Med entwickelte Software „Onto-Builder“ (www.onto-med.de). Die Anforderungen an Begriffe und Definitionen (insbesondere des Basisdatensatzes) des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz werden in einem entsprechenden Data Dictionary Modell konkretisiert. Ebenso wird die Eingabe des innerhalb des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz erarbeiteten Basisdatensatzes in den Onto-Builder organisiert sowie eine Qualitätssicherung und die Freigabe der eingegebenen Begriffe im Data Dictionary durchgeführt.

Mehrwert durch Vernetzung

Die Verbindung vom Kompetenznetz Herzinsuffizienz und dem Data Dictionary Projekt bietet sich hervorragend an, weil innerhalb des Kompetenznetzwerkes verschiedene Spezialisten mit unterschiedlichen Sichten auf medizinische Sachverhalte zusammenarbeiten. Diese Experten verfügen sowohl über medizinisches Fachwissen (z. B. Kardiologie) als auch über Wissen zur Studiendurchführung (z. B. Biometrie), welches für den Aufbau eines Data Dictionary für kardiologische Studien unerlässlich ist. Das Data Dictionary für kardiologische Studien stellt dem Kompetenznetz Herzinsuffizienz eine einheitliche Begriffsbasis zur Verfügung, welche die Harmonisierung von Studiendatenbanken und die Interaktion zwischen Studienmanagementsoftware und Klinikinformationssystemen unterstützt. Darüber hinaus bietet das Data Dictionary die Wiederverwendbarkeit präziser Definitionen medizinischer Begriffe in unterschiedlichen Kontexten. Dies ist besonders im Hinblick auf die Optimierung der Erstellung von Studienprotokollen und CRFs sowie auf die Verbesserung der Vergleichbarkeit von Studienergebnissen relevant. Die Interaktionsfähigkeit zwischen Softwaresystemen sowie die bessere Vergleichbarkeit von Studien sind wesentliche Voraussetzungen für die vertikale und horizontale Vernetzung.