Betroffene >> Herzinsuffizienz >> Lebensqualität

Leben mit Herzschwäche

Wie gehe ich mit anderen (Begleit-)Erkrankungen um?

Neben dem bereits erwähnten hohen Blutdruck und der koronaren Herzerkrankung finden sich häufig andere Begleiterkrankungen bei Patienten mit Herzschwäche: Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), chronische Lungenerkrankungen, reduzierte Nierenfunktion und Gelenkbeschwerden. Sprechen Sie ausführlich mit Ihrem Arzt darüber und nehmen Sie auch die verschriebenen Medikamente regelmäßig ein.

Was bedeutet zunehmende Luftnot?

Nimmt die Luftnot innerhalb weniger Tage oder sogar innerhalb weniger Stunden schnell zu, so bedeutet dies, dass die Pumpleistung des Herzens gegenüber dem stabilen Ausgangszustand noch einmal deutlich abgenommen hat. Bei einer schnell zunehmenden Luftnot deutlich abgenommen hat. Bei einer schnell zunehmenden Luftnot innerhalb von wenigen Stunden stellt dies einen medizinischen Notfall dar und sollte in einer Notaufnahme oder Rettungsstelle behandelt werden. Nimmt die Luftnot über Tage zu, so ist eine Vorstellung bei Ihrem behandelnden Arzt unbedingt notwendig. Ziel der ärztlichen Untersuchung ist es, die Ursache für die schnell zunehmende Luftnot herauszufinden und Ihre Beschwerden in der Regel durch eine intravenöse Therapie zu behandeln.

Was bedeutet es, wenn ich teigige Schwellungen an den Füßen, am Bauch und auch an den Händen bemerke?

Menschen mit Herzschwäche haben oft eine eingeschränkte Nierenfunktion, die durch die Herzschwäche selbst oder Medikamente zur Behandlung derselben bedingt ist. Wenn Ihre Herzfunktion schlechter wird, können oben genannte Symptome durch eine verminderte Flüssigkeitsausscheidung und Einlagerungen von Flüssigkeit im Weichteilgewebe auftreten. Kontaktieren Sie Ihren Arzt, der Ihre Medikation anpassen kann. Notieren Sie täglich Ihr Gewicht, fragen Sie nach der empfohlenen täglichen Trinkmenge und halten Sie sich an eine niedrige Zufuhr von Kochsalz.

Was bedeutet es, wenn ich nicht mehr flach liegen kann?

Bei einer Herzschwäche lagert sich zunehmend Flüssigkeit in weiche Körpergewebe, beispielsweise in die Haut, ein. Bei flachem Liegen kommt es dabei zu einer Umverteilung des Blutvolumens und der Flüssigkeit in die Lunge, so dass Luftnot auftritt. Die Unfähigkeit, flach liegen zu können besonders im Schlaf, weist auf eine höhergradige Herzschwäche und/oder auf eine nicht ausreichende medikamentöse Therapie hin.

Was bedeutet es, wenn mir öfter schwindlig wird?

Bei einer Herzschwäche ist der Blutdruck oft relativ niedrig, ohne irgendwelche Symptome oder Beschwerden zu verursachen. Die Medikamente führen zu einer weiteren, jedoch nur sehr geringen Senkung des Blutdrucks. In seltenen Fällen führt der niedrige Blutdruck phasenweise zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Blut. Aus dieser Unterversorgung resultiert ein Schwindelgefühl. Viel häufiger treten jedoch bei einer Herzschwäche Störungen des Herzrhythmus auf. Diese Störungen können ebenfalls zu einer Einschränkung der Pumpleistung führen, so dass vorübergehend Schwindelgefühle auftreten. Sowohl bei niedrigem Blutdruck als auch bei Herzrhythmusstörungen ist eine weitere kardiologische Abklärung dringend geboten.

Kann ich trotz meiner Herzschwäche mein bisheriges Leben weiterführen?

Häufig macht sich eine Herzschwäche erst bei größeren oder lang andauernden körperlichen Belastungen bemerkbar. Wenn Sie diese großen körperlichen Belastungen vermeiden, kann das Leben nahezu wie bisher weitergeführt werden. Tritt allerdings die Luftnot schon bei geringeren Anstrengungen auf, so ist es empfehlenswert, diese zu vermeiden. Zum Beispiel bietet es sich an, den Fahrstuhl zu benutzen, statt mehrere Stockwerke Treppen zu steigen. In der Regel kann mit wenigen Umstellungen der größeren körperlichen Belastungen und mit der Einführung von Ruhephasen das bisherige Leben weitergeführt werden.

Muss ich wegen der Erkrankung meine Ernährung ändern?

Es ist sehr wichtig, die Menge an täglich zugeführtem Salz zu reduzieren, da die Herzschwäche eine übermäßige Salz- und Wasserspeicherung bewirkt. Das Salz führt zu einer Flüssigkeitsüberladung, was wiederum die Herzarbeit erschwert – mit der Folge von Schwel lungen an den Füßen, Atemnot, Appetitlosigkeit und Gewichtszunahme. Selbst ohne Flüssigkeitsüberladung kann eine Salzreduktion helfen, die Wirksamkeit von Medikamenten zu erhöhen. Salzreduktion heißt, die gesamte tägliche Salzzufuhr auf einen Teelöffel zu beschränken (ca.2,3g Salz), inklusive des Salzgehaltes in fast allen Lebensmitteln. Wenn Sie jetzt Sorge haben, das Essen schmecke nicht mehr, können wir Sie beruhigen. Die Salzsensitivität, also die Empfindlichkeit Salz zu schmecken, stellt sich nach etwa zwei bis drei Wochen auf die neue Salzmenge ein und Sie werden keinen Unterschied zu früher bemerken.

Hat meine Erkrankung Auswirkungen auf mein Sexualleben?

Sie sollten über dieses Problem offen mit Ihrem Partner sprechen. Die körperliche Leistungsfähigkeit ist bei einer höhergradigen Herzinsuffizienz herabgesetzt. Der Erwartungsdruck ist ein zusätzlicher Stressfaktor. Bei einem verständnisvollen Aufeinanderzugehen der Partner muss das Sexualleben auch bei Herzschwäche nicht eingeschränkt werden. Die Erregbarkeit des Mannes kann durch bestimmte Medikamente herabgesetzt werden. In diesem Fall sollten Sie Ihren Arzt zu Rate ziehen.

Kann ich weiterhin Sport treiben?

Einer der wichtigsten Wege, die Selbstzufriedenheit bei Herzschwäche zu erhalten, ist regelmäßige körperliche Aktivität. Jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse konnten belegen, dass körperliche Aktivität (etwa Ausdauersport oder Gartenarbeit) das Wohlbefindenvon Patienten mit Herzschwäche erhöht und dabei gesundheitlich meistens unbedenklich ist. Das Ziel besteht in der Regel darin, etwa 30 Minuten pro Tag zusätzlich zu den bisherigen Verrichtungen aktiv zu werden. Was immer Sie beginnen, starten Sie langsam! Nicht Höchstleistungensind zu erreichen, sondern kleine Aktivitäten, bei denen Sie sich noch sehr kom-fortabel fühlen (Daumenregel: Sie müssen noch soviel Luft haben, um sich mit Ihrem Nachbarn unterhalten zu können). Unterbrechen Sie Ihre sportliche Aktivität bei grippalen Infekten, Fieber, Änderungen der Medikation, Zeichen der Flüssigkeitsüberladung, Auftreten von Luftnot oder übermäßiger Schwäche. Konsultieren Sie Ihren Arzt mit der Frage auf eine Herzinsuffizienzsportgruppe, Aufbau von Trainingseinheiten oder des gezielten Muskelaufbaus.

Kann ich bei einer chronischen Herzschwäche weiterhin reisen?

Gegen Reisen ist bei einer Herzschwäche prinzipiell nichts einzuwenden. Sie sollten jedoch bei der Planung einer Reise selbstkritisch überlegen, ob Sie die mit der Reise verbundenen Belastungen gut ertragen können. Der Aufenthalt in Höhen über 2.000 Meter und im tropischen Klima kann zu einer großen Belastung für das Herz führen. Sie sollten daher von Reisen in solche Regionen absehen. Bei langen Flügen kann durch den Bewegungsmangel, trockene Luft und unzureichende Flüssigkeitszufuhr das Risiko vonBlutgerinnseln steigen. Diese können sich in den Körpervenen bilden, mit dem Blutstrom fortgeleitet werden und eine Lungenarterie verstopfen. Ein solches Ereignis kann lebensgefährlich sein. Auf lange Flugreisen sollten Sie daher, wenn bei Ihnen eine schwere Herzinsuffizienz vorliegt, verzichtenoder blutverdünnende Mittel als Prophylaxe gegen Thrombosen einnehmen.

Kann ich weiter Autofahren?

Es gibt keine festen Regeln für Patienten mit Herzschwäche hinsichtlich des Autofahrens, sofern Sie keinen automatisch entladenden Defibrillator (Automatic Implantable Cardioverter Defibrillator – AICD) implantiert bekommen haben. Faktoren, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, sindAICD) implantiert bekommen haben. Faktoren, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, sind allerdings oft Begleitsymptome der Herzschwäche wie Schwindel, Konzentrationsverlust, Müdigkeit, Merkfähigkeitsstörungen und Folgen von Herzrhythmusstörungen. Ihre Medikation führt in der Regel nicht zur Fahruntüchtigkeit. Wenn Sie verunsichert sind, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt.