Hintergrundinformationen zum Thema Herzinsuffizienz
Das Herz - ein phantastisches System
Das Herz ist der Motor des Kreislaufs. Ein Hohlmuskel, nicht viel größer als eine Faust und mit einem Gewicht von rund 260 bis 300 Gramm, vollbringt im Laufe eines menschlichen Lebens wahre Wunder. Mit 70 bis 80 Herzschlägen befördert das Herz jede Minute etwa 6 Liter Blut durch die Adern und versorgt so den menschlichen Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen. Das sind 360 Liter pro Stunde, 8.640 Liter pro Tag und das ein ganzes Leben lang – ohne eine Ruhepause!
Erst bei Funktionsstörungen kommt diese phantastische Leistung richtig ins Bewusstsein. Wie jeder andere Muskel kann jedoch auch das Herz ermüden oder durch Mangelversorgung Schaden erleiden und erkranken.
Herzinsuffizienz - Verlust an Lebensqualität
Eine langsam, manchmal auch plötzlich auftretende Leistungsschwäche oder zunehmende Atemnot bei immer geringer werdenden Belastungen sind erste Anzeichen. Oftmals ist eine Herzinsuffizienz die Ursache dafür. Von einer solchen Herzschwäche spricht man, wenn der Herzmuskel nicht mehr in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen. Sie entwickelt sich meist schleichend. Treppensteigen verursacht Atembeschwerden, die Beine werden immer müder, selbst leichte körperliche Aktivitäten wie Spaziergänge werden zur Qual.
Hinzu kommen weitere Risiken, etwa eine sechs- bis neunmal höhere Wahrscheinlichkeit einen plötzlichen Herztod zu erleiden, im Vergleich zu einem Menschen ohne Herzinsuffizienz.
Erst wenn die Lebensqualität sinkt und die Bewältigung des Alltags häufig ohne Hilfe von außen nicht mehr möglich ist, stellen sich zahlreiche Fragen:
- Was ist los?
- Woher kommt die Atemnot?
- Was ist die Ursache der Schwäche?
- Was kann dagegen getan werden?
Herzinsuffizienz - dominierende Herz-Kreislauf-Erkrankung des 21. Jahrhunderts
Allein in den letzten 100 Jahren hat sich die Lebenserwartung der Menschen fast verdoppelt. Gleichzeitig ist die Herzinsuffizienz die am schnellsten zunehmende Herz-Kreislauf-Erkrankung. Über 20 Millionen Menschen weltweit, allein 1,3 Millionen in Deutschland, leiden unter dieser Krankheit, Tendenz steigend. Vor allem eine Erkrankung der Älteren, können genauso junge Menschen davon betroffen werden. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich. Neben einem Herzinfarkt kommen ein unzureichend behandelter Bluthochdruck, eine Entzündung des Herzmuskels, Herzklappenfehler oder bestimmte Erbfaktoren in Betracht.
Herzinsuffizienz - neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten
Trotz moderner bildgebender Diagnosemethoden wie Herzultraschall (Echo) und Magnetresonanztomographie (MRT) werden die Symptome der Herzinsuffizienz heute noch zu oft verkannt. Deshalb muss auch das Bewusstsein der Hausärzte geschärft werden, um mittels einfacher klinischer Kriterien dem Verdacht auf eine Herzleistungsschwäche nachzugehen.
Nur dann ist der behandelnde Arzt in der Lage, die heute zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten wie ACE-Hemmer, Betablocker, Aldosteronantagonisten oder Diuretika wirkungsvoll einzusetzen.
Auf diese Weise kann die Lebensqualität von Herzinsuffizienzpatienten zunehmend verbessert werden, so dass sie in der gewonnenen Lebenszeit trotz Leistungseinbußen weiterhin ein aktives Leben führen können.

